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„Sag mal, Jürgen, du kennst auch jeden…”

Der Satz fällt heute Mittag. Wir stehen vorm Spiel am Bölle, also im Böllenfalltor-Stadion, und der Typ neben mir guckt mich an, als hätte er gerade etwas entdeckt, das er nicht ganz einordnen kann. Ich kenn‘ ihn auch. Zum Glück. Und sogar sehr gut. Dabei bin ich hier unter fast 18.780 Menschen. Und natürlich kenne ich nicht 18.779 Menschen. Aber es stimmt auch nicht, dass ich niemanden kenne. Ein paar Leute schon. Und während ich so da rumstehe und mich frage, warum das eigentlich so ist, fange ich an nachzurechnen. Es liegt wahrscheinlich zuerst daran, dass ich – mit paar Jahren fliegender Wechsel Darmstadt – Frankfurt – heute noch in der Stadt wohne, in der ich geboren wurde. Das klingt nach nichts Besonderem — ist es aber, wenn man mal schaut, wie wenige das noch machen. Ich war vielleicht zwei Tage im Kindergarten, das ist alles etwas verschwommen. Aber die Grundschule, die Kirche, die frühen Jahre in irgendeiner Form von organisierter Freizeit — die haben Spuren hinterlassen, auch wenn ich mich an die meisten Menschen …

„Die Jugendhütt‘ bringt sogar den Wolf in die Bütt“

Ei guude wie, ihr liebe Leit,  Jetzt steh ich hier – un bin bereit!  Jahrgang 63 un bald dreiunsechzisch Joahr – jetzt lacht net laut,  des is wie doppelt gemoppelt – awwer so war’s halt gebaut! Sechzisch-drei geboren, dreiunsechzisch alt – des is korrekt,  der liebe Gott hot Humor – des hat der net versteckt!  Un trotzdem fühl ich mich wie zwölf, wenn’s um de Orplid klimmt  – des Herz wird jung, wenn’s um die Jugendhütt‘ bestimmt! Na, ich verzähl eich, wie’s dazu komme is – passt gut uff:  Letschte Dienstag, Vorstandssitzung – ich als Öffi-Mann genuff!  Des Thema war die Jugendhütt – wie’s drum bestellt,  un was wer macht – des war wie aus ner annern Welt! Keener wusst genau Bescheid, keener war zuständisch recht,  awwer GEREDET hawwe alle – des lief net schlecht!  „Die Jugend macht des!“ – „Nee, de Bauausschuss!“ – hin un her,  wie Ping-Pong ohne Ball – ihr wisst schon, was ich mein, oder? Un ich sitz do un denk: „Mensch, DES kenn ich doch gut!  Des is wie früher!“ …

Wieder keine Verschwörung

Da ich aktuell nicht zu Hause in Darmstadt verweile, habe ich heute meinen Ostermarsch der besonderen Art gemacht. Gestartet bin ich an der Schladitzer Bucht und mein Marschbefehl lautete, einmal den See zu umrunden. Wohl an! Ich hatte gerade die menschliche Zivilisation, in Form von Beach-Volleyball-Feldern, Strandbars und Campingplätzen hinter mir gelassen, als mir etwas sonderbares auffiel. Nie hätte ich gedacht, bei einem harmlosen Spaziergang auf so ein Abenteuer zu stoßen.