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Wer keine Freunde will, hat auch keine

Ballanceakteur

Zuletzt aktualisiert am 11. April 2019 um 15:21

Wer keine Freunde will, hat auch keine

Freundschaft muss man sich verdienen, sagt der Volksmund. Und Recht hat er, der schlaue Geselle. Wenn man es dann einmal geschafft hat, wollen Freundschaften aber auch gepflegt werden. Klingt banal, klappt aber nicht immer.

Wenn man es dann tatsächlich geschafft hat – die Freundschaft wächst und gedeiht – dann kann man sich auch mal einen Patzer leisten. Echte Freundschaft hält das aus!

Freundschaften und weitere Kontakte pflegen heißt heute – besonders auch im beruflichen Umfeld – Netzwerken. Die Tätigkeit an sich gibt es schon seit Jahrhunderten und ist somit per se total altmodisch und offline. Heute erinnert „Netz“ irgendwie schnell nach „Internet“ und „Werken“ riecht förmlich nach „Arbeit“.

Stellen wir uns nun einen halben Flight auf dem Golfplatz vor: Mann und Frau, eher befreundet als nur bekannt, nicht liiert oder sonst verwandt oder verschwägert, gehen schon viele Monate einmal die Woche ihre 18 Löcher ab und reden dabei natürlich viel.

Beide sind gestandene Unternehmerpersönlichkeiten, am Ort bekannt wie der sprichwörtliche „Bunte Hund“, seit Jahren nun auch in Sozialen Netzwerken unterwegs. Und eines Tages sprechen sie über einen gemeinsamen Bekannten: Was der doch so aktiv auf Facebook ist und seine neue Firma razz-fazz bekannt gemacht hat. Echt Toll!

Dabei merken plötzlich beide, dass sie zwar beide auch auf Facebook sind, aber sich nie gegenseitig befreundet haben – ergo: keine Freunde sind…

Wie auch? Beide sind nur in leidlichem Lesemodus unterwegs, klicken hier und da mal – eher aus schlechtem Gewissen, denn beabsichtigt – ein „Gefällt mir“. Brüsten sich, noch nie eine Freundschaftsanfrage gestellt zu habe, neuerdings aber ganz schlau alle anzunehmen, die mit einem befreundet sein wollen. So leicht geht Ego streicheln also heute!

Anderes Beispiel: Gestandenes Mannsbild geht mit breitem Siegerlächeln aus einem Grundlagenworkshop über „Soziale Medien“ und ich frage: „Zufrieden mit den zwei Tagen?“ „Ja“ sagt er: „Ganz toll. Viel gelernt und ein Haufen Inspirationen und Ideen gesammelt, die ich jetzt mit meinen Mitarbeitern für meine Firmen umsetzen werde.“ „Wie, Du? Hast du dir denn auch ein persönliches Profil angelegt, um die neuen Firmenseiten administrieren oder mindestens mit bearbeiten zu können?“ „Nee“ sagt er: „Ich will mich da nicht vernetzten. Mir gehen die Leute ja schon im echten Leben auf den Sack. Ich hab‘ genug Freunde!“

Wer keine Freunde will, hat auch keine – verdient

Zwei von den dreien hier kenne ich persönlich, mag sie sogar. Allerdings hege ich die Befürchtung, dass es mit den Grundlagenworkshops nicht ausreichen wird. Nicht, dass man sich vernetzten oder sonst irgendwelchen Anforderungen Dritter gerecht werden muss. Schon gar nicht, wenn man nicht mag. Aber das Potenzial moderner Kommunikationskanäle werden die Herrschaften so schwerlich ausnutzen. Das kann für die Menschen total in Ordnung sein. Ihre professionellen Aufgaben und Funktionen als mehrfache Geschäftsführer – quasi Chef-Öffentlichkeitsarbeiter und Marketingverantwortlicher in Personalunion – würde ich sehr ernsthaft hinterfragen, wenn ich Gesellschafter ihrer Unternehmen wäre.

Bin ich aber nicht.

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