Verfügbar war ich immer. Resonant nicht.
Es gibt diesen einen Moment, in dem ein Leben, von dem du dachtest, du hättest es im Griff, es sei solide gebaut – würde immer so weitergehen – sich als Trugschluß entpuppt. Dahinter: Nix.
Es gibt diesen einen Moment, in dem ein Leben, von dem du dachtest, du hättest es im Griff, es sei solide gebaut – würde immer so weitergehen – sich als Trugschluß entpuppt. Dahinter: Nix.
Der dritte Tag. Grenoble. Stau. Ich sitze im Auto, NaLa schläft hinter mir, vor mir bewegt sich nichts, und zum ersten Mal auf dieser Reise fühlt sich das nicht wie verlorene Zeit an. Sondern wie der Moment, in dem ich endlich ankomme — nicht am Ziel, sondern bei mir selbst.
Es war eine schöne Unterhaltung. Bisschen Lob (tut immer gut), bisschen Fachsimpelei. Und irgendwann kam die Frage — zweimal, in zwei Varianten. Einmal als Hoffnung formuliert: Ich hoffe, du schreibst das selbst und nicht die KI. Einmal als echte Frage: Schreibst du das alles selbst, oder die KI?
Schwarzwald · Dreiländereck · Jura · Route Napoléon · Provence · Côte d’Azur — und ein Konzert aus Köln Reisetagebuch · Juni 2026 Irgendwo zwischen Feldberg und Lörrach, auf einer dieser kurvenreichen Schwarzwaldstraßen, die das Navi am liebsten ignorieren würde, läuft Keith Jarrett. NaLa liegt hinten. Und ich fahre zum ersten Mal in meinem Leben nicht ans Mittelmeer — ich fahre durch das Mittelmeer. Der Unterschied, so stellt sich heraus, ist erheblich.
Geburtstage haben die — manchmal unangenehme — unangenehme Eigenschaft, ehrlich zu sein. Nicht nur wegen der Anzahl Kerzen auf dem Kuchen — die zähle ich schon lange nicht mehr — sondern wegen der Dinge, die Menschen sagen, wenn sie das Gefühl haben, jetzt darf es einfach mal raus.
Heute ist es soweit. Ich, Jürgen, Jahrgang 63, werde 63 Jahre alt. Addiert man beides, kommt man auf 126. Das ist ein Witz, den man nicht verstehen muss, weil es eigentlich auch gar nicht witzig ist. Aber er ist meiner, schwirrt mir schon länger durch den Kopf und ich nehm‘ ihn einfach mit.
Es gibt in meinem Leben eine Faustregel, die sich über Jahrzehnte bewährt hat: Wenn mir eine Firma etwas kostenlos anbietet, schaue ich genauer hin und frage mich warum sie das tut und womit ich eigentlich bezahle.
Das Hamsterrad kenne ich gut. Nicht als abstraktes Gesellschaftsphänomen, sondern als Haushaltsgegenstand mit eigenem Spitznamen. Wir nannten es es manchmal das kleine Hamsterrädchen — liebevoll, ein bisschen selbstironisch, weil wir wussten, dass auch wir nicht vollständig davon freigekommen waren. Wer kommt schon vollständig davon frei?
Normalerweise kommen die besten Ideen unter der Dusche. Heute war das anders. Heute bin ich mit einer Idee unter die Dusche gegangen. Beziehungsweise mit einem Wort. Das Wort lautete: unvollendet.
Manchmal stehe ich bewusst im Regen. Heute zum Beispiel. (Beitragsbild: Blick auf Mathildenhöhe/Hochzeitsturm, Darmstadt, 11. Mai 2026, 11:50 Uhr · Quelle: foto-webcam.eu/webcam/darmstadt-ost) Zwei Artikel haben mich heute Morgen erwischt. Nicht aufgeweckt — erwischt. Das ist ein Unterschied. Der eine ist ein Interview, das die ZEIT mit Beti Hohler geführt hat, Richterin am Internationalen Strafgerichtshof. Eine Frau, die ihren Job gemacht hat — Recht gesprochen, Haftbefehle geprüft, Verfahren begleitet — und dafür von Donald Trump persönlich auf eine Sanktionsliste gesetzt wurde. Dieselbe Liste, auf der auch Hamas-Terroristen stehen. Innerhalb von 24 Stunden waren ihre Kreditkarten gesperrt, kurz danach Amazon, PayPal, Airbnb, schließlich ihre Apple-ID. Ihr Smartphone wurde unbrauchbar. Ihr Laptop. Alles, was an US-Infrastruktur hing. Was sie darüber sagt, bleibt hängen: „Was heute noch funktioniert, funktioniert morgen vielleicht schon nicht mehr.“ (Beti Hohler, ZEIT Nr. 18/2026) Der andere Artikel kommt von Perspective Daily. Dirk Walbrühl schreibt dort klug und ohne übertriebene Hysterie darüber, warum das, was Beti Hohler passiert ist, im Prinzip jeden treffen kann. Nicht weil alle auf Sanktionslisten landen. Sondern weil die Infrastruktur, auf die wir uns …