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Kama Muta trifft Werbung

Thomas Schubert saß im Kino, neben sich seine Tochter, auf der Leinwand lief „Transformers“. An die Szene erinnert er sich nicht mehr. Nur an das Gefühl: ein wohliges Kribbeln im Bauch, Tränen, weil es plötzlich so schön war. Der Psychologe aus Oslo beschloss, diesem Gefühl auf den Grund zu gehen – und stieß dabei auf ein Phänomen, das mich aktuell schwer fesselt. Und je länger ich mich damit beschäftige, desto klarer erkenne ich das Muster: Kama Muta Werbung, wohin ich schaue. Das Gefühl, das jetzt einen Namen hat Gemeinsam mit der Psychologin Beate Seibt und dem Anthropologen Alan Fiske aus Los Angeles durchsuchte Schubert die Wortschätze mehrerer Sprachen nach einem passenden Begriff für diesen Kinomoment. Duden, Oxford Dictionary, Altgriechisch, Latein – nirgends ein Treffer. Fündig wurden sie erst im Sanskrit: Kama Muta (काममूत), „von Liebe bewegt“. Zehn Jahre ist das inzwischen her, mehr als 30 Studien auf Pubmed tragen den Begriff heute im Titel. Kama Muta, das ist das plötzliche Gefühl von Nähe, Zugehörigkeit oder Verbundenheit, das uns überkommt, wenn wir Liebe oder Güte beobachten …

Projektmanagement Grundlagen: Die Serie im Überblick

Oder: Fünf Teile, ein Gedanke Projektmanagement für Anfänger klingt nach Widerspruch – entweder man kann es, oder man fängt gerade erst an. Genau darum geht diese Serie: Ob Kunde, Neukunde oder ehrenamtlich im Vorstand – wer ein Projekt angeht, tut das selten mit Ausbildung dafür. Die gute Nachricht: Man braucht auch keine. Man braucht nur die richtige Reihenfolge.

Verantwortung, nicht Verwaltung

Oder: Lebenszeit gegen irgendwas Fünf Schritte machen aus einer Idee ein Projekt, hieß es im letzten Teil. Was sie nicht von selbst leisten: Verbindlichkeit im Projekt – dass jemand dafür geradesteht, wenn es hart auf hart kommt. Darum geht es jetzt – und darum, wie die ganze Serie zusammenhält. Der Satz, der alles auf den Punkt bringt Ein Kollege hat mal gesagt: „Die ganze Veranstaltung hier heißt Lebenszeit gegen Geld.“ Klingt hart. Ist aber wahr – und gilt weiter, als der Satz zunächst klingt. Bei einem Kundenprojekt ist es Geld. Im Ehrenamt ist es Vertrauen, Anerkennung, das gute Gefühl, gebraucht zu werden. Aber in jedem Fall: Du tauschst deine Zeit – das Einzige, was du wirklich hast – gegen etwas anderes. Auf der einen Seite: deine Zeit. Auf der anderen Seite: was auch immer du dafür bekommst. Und dazwischen: eine Vereinbarung. Ob schriftlich oder nicht. Verbindlichkeit im Projekt: auch ohne Vertrag Bei einem Kundenauftrag steht schwarz auf weiß, was geliefert wird. Solange alles gut läuft, interessiert das niemanden. Aber sobald es kriselt, zieht jemand den …

Das Unvollendete: Warum Projekte im Sand verlaufen

Oder: Wie aus einer guten Idee ein schlechtes Gefühl wird Projekte scheitern selten laut. Im letzten Teil ging es um die Vorgeschichte eines Projekts – darum, wie man als Außenstehender rekonstruiert, was vor einem passiert ist. Aber warum passiert überhaupt so oft dasselbe? Warum verlaufen Projekte im Sand, obwohl am Anfang alle wollten? Die Antwort ist unbequem: Meistens hat niemand etwas falsch gemacht. Es wurde nur nie richtig angefangen. Die kühne These Projektmanagement wird unterschätzt. Besonders im Berufsleben, wenn es fernab der eigentlichen Kernkompetenz stattfindet. Aber auch besonders im Ehrenamt. Egal, welchen Vorstandsposten, welchen Fachbereich jemand übernimmt – die wenigsten haben sich in ihrem bisherigen Leben je mit professionellem Projektmanagement beschäftigt. Und dann beginnt ein Projekt. Ohne Plan, ohne Struktur, aber mit viel gutem Willen. Der Fehler, der sich sympathisch anfühlt Der häufigste Fehler: sofort mit der Umsetzung anfangen. Aktionismus statt Organisation. Das ist verständlich. Machen fühlt sich nach Fortschritt an. Planen fühlt sich nach Verzögerung an. Wer plant, hat scheinbar noch nichts geschafft. Wer loslegt, kann wenigstens vorzeigen, dass etwas passiert. Nur: Organisation und …

Warum „Wir müssen mal“ noch kein Projekt ist

Oder: Was zwei Sätze über den Beginn eines Projekts verraten Wer ein Projekt starten will, sagt das selten so direkt. Anfragen erreichen mich auf allen möglichen Wegen – telefonisch, per E-Mail, über das Kontaktformular, über Social Media. Und egal, auf welchem Kanal: Diese Serie widme ich Anfragen (im geschäftlichen Umfeld) oder auch Gesprächen (im Ehrenamt), die mit einem dieser Wort beginnen:

Drei Prozent, oder: Wie ich lernte, der Zahl zu misstrauen

Also. Drei Prozent. Im Schnitt der letzten zehn Jahre, so zirka. Wer nachrechnet, findet das bestätigt, auch wenn die Zahl in Wirklichkeit ein bisschen unruhiger daherkommt, aber das nur nebenbei. Drei Prozent Inflation, Jahr für Jahr, und jeder nimmt das hin wie das Wetter. Es regnet, es ist kalt im Winter, und die Preise steigen. Passt schon. Niemand fragt, warum eigentlich? Ich hab mir die Mühe gemacht, und die Antwort war unbequemer, als ich dachte: Diese drei Prozent sind kein Naturgesetz. Sie sind die Rechnung, die uns unser Wirtschaftssystem stellt, für das wir uns – mehrheitlich, freiwillig, mit Wahlzettel und allem – entschieden haben. Und: Der Kapitalismus ist nämlich keine Maschine, die auch im Stand läuft. Er ist eine Maschine, die nur läuft, wenn sie wächst. Bleibt sie stehen, klemmt‘s schnell: Löhne, Renten, Kredite, Arbeitsplätze, alles ist so verschraubt, dass es nur hält, solange es sich weiterdreht. Und die Inflation ist, grob gesagt, der Schmierstoff, den man braucht, damit sich das Ding nicht selber zerlegt. Und da fängt bei mir das Grübeln an. Weil, wenn …

Schreibst du selbst, oder die KI?

Es war eine schöne Unterhaltung. Bisschen Lob (tut immer gut), bisschen Fachsimpelei. Und irgendwann kam die Frage — zweimal, in zwei Varianten. Einmal als Hoffnung formuliert: Ich hoffe, du schreibst das selbst und nicht die KI. Einmal als echte Frage: Schreibst du das alles selbst, oder die KI?