Monate: August 2026

Humanismus ist nicht verhandelbar

Ich verbringe mal wieder paar Tage am See. Für mich besonders schöne Momente, dem Hamsterrad mal für ein paar Tage zu entfliehen, ohne Computer, kein iPad, mit lieben Menschen Zeit verbringen und sich dabei auch ein bisschen nützlich machen. Ich habe mir den Spitznamen Malermeister verdient, weil ich zwischen Virgin White, Danish White, Taubenblau und Caribbean Blue schon viel Farbe verstrichen habe oder auch einfach nur den „Lasör“ gegeben habe, wenn ich frisch verarbeitete Holzbalken gegen Witterungseinflüsse lasierte. Für mich haben diese Anstreicherarbeiten auch durchaus etwas meditatives, da bin ich angelernte Hilfskraft, die versucht, einen vermeintlich einfachen und anspruchslosen, langweiligen, Job so gut wie möglich zu machen. Und während ich so mit dem Pinsel hin und her streiche, lass‘ ich meinen Gedanken freien Lauf…

Kama Muta trifft Werbung

Thomas Schubert saß im Kino, neben sich seine Tochter, auf der Leinwand lief „Transformers“. An die Szene erinnert er sich nicht mehr. Nur an das Gefühl: ein wohliges Kribbeln im Bauch, Tränen, weil es plötzlich so schön war. Der Psychologe aus Oslo beschloss, diesem Gefühl auf den Grund zu gehen – und stieß dabei auf ein Phänomen, das mich aktuell schwer fesselt. Und je länger ich mich damit beschäftige, desto klarer erkenne ich das Muster: Kama Muta Werbung, wohin ich schaue. Das Gefühl, das jetzt einen Namen hat Gemeinsam mit der Psychologin Beate Seibt und dem Anthropologen Alan Fiske aus Los Angeles durchsuchte Schubert die Wortschätze mehrerer Sprachen nach einem passenden Begriff für diesen Kinomoment. Duden, Oxford Dictionary, Altgriechisch, Latein – nirgends ein Treffer. Fündig wurden sie erst im Sanskrit: Kama Muta (काममूत), „von Liebe bewegt“. Zehn Jahre ist das inzwischen her, mehr als 30 Studien auf Pubmed tragen den Begriff heute im Titel. Kama Muta, das ist das plötzliche Gefühl von Nähe, Zugehörigkeit oder Verbundenheit, das uns überkommt, wenn wir Liebe oder Güte beobachten …

Projektmanagement Grundlagen: Die Serie im Überblick

Oder: Fünf Teile, ein Gedanke Projektmanagement für Anfänger klingt nach Widerspruch – entweder man kann es, oder man fängt gerade erst an. Genau darum geht diese Serie: Ob Kunde, Neukunde oder ehrenamtlich im Vorstand – wer ein Projekt angeht, tut das selten mit Ausbildung dafür. Die gute Nachricht: Man braucht auch keine. Man braucht nur die richtige Reihenfolge.

Verantwortung, nicht Verwaltung

Oder: Lebenszeit gegen irgendwas Fünf Schritte machen aus einer Idee ein Projekt, hieß es im letzten Teil. Was sie nicht von selbst leisten: Verbindlichkeit im Projekt – dass jemand dafür geradesteht, wenn es hart auf hart kommt. Darum geht es jetzt – und darum, wie die ganze Serie zusammenhält. Der Satz, der alles auf den Punkt bringt Ein Kollege hat mal gesagt: „Die ganze Veranstaltung hier heißt Lebenszeit gegen Geld.“ Klingt hart. Ist aber wahr – und gilt weiter, als der Satz zunächst klingt. Bei einem Kundenprojekt ist es Geld. Im Ehrenamt ist es Vertrauen, Anerkennung, das gute Gefühl, gebraucht zu werden. Aber in jedem Fall: Du tauschst deine Zeit – das Einzige, was du wirklich hast – gegen etwas anderes. Auf der einen Seite: deine Zeit. Auf der anderen Seite: was auch immer du dafür bekommst. Und dazwischen: eine Vereinbarung. Ob schriftlich oder nicht. Verbindlichkeit im Projekt: auch ohne Vertrag Bei einem Kundenauftrag steht schwarz auf weiß, was geliefert wird. Solange alles gut läuft, interessiert das niemanden. Aber sobald es kriselt, zieht jemand den …