Vortrag – Der Wolf als Rampensau
Nein, ich blogge nicht nur im u-uhuhu-unpersönlichen Internet. Ich halte auch hier und da mal einen Vortrag, quasi öffentlich, „Der Wolf als Rampensau“
Nein, ich blogge nicht nur im u-uhuhu-unpersönlichen Internet. Ich halte auch hier und da mal einen Vortrag, quasi öffentlich, „Der Wolf als Rampensau“
Als alter Hase im Kommunikationsgeschäft sind für mich Veranstaltungen in erster Linie eins: Kommunikationsanlässe. Denn bevor der Hof gefegt ist, die Schnittchen arrangiert, und die Gäste begrüßt sind gibt es einen bunten Strauß sinnvoller Möglichkeiten, mit seinem Zielpublikum in Kontakt zu kommen.
Da läutet am späten Samstag Abend mein Smartphone und ich lese, da will jemand ein neues Logo von uns. Und fragt vorab auch mal gleich nach dem Preis. Bis hier hin alles super! Das Selbstständige auch am Wochenende arbeiten ist nix Ungewöhnliches. Und wenn’s eine Frage gibt, wird die auch gleich gestellt. Wär‘ ja doof, die bis zum Wochenstart am Montag mit sich rumzuschleppen oder am End‘ gar zu vergessen.
Dieses Jahr feiert die Wackerfabrik ihr 20 jähriges Bestehen. Geplant ist eine dreitägige Jubiläumsveranstaltung Mitte Oktober. Wer aber nach dem Termin für das diesjährige Sommerfest fragt, wird enttäuscht. Dieses Mal sind die Nachbarn außen vor. Wenn man sich mit sich selbst beschäftigt, bleiben Andere außen vor ;-( Wacker feiert sich selbst. Die Menschen, die in den letzten 20 Jahren hier gewohnt, gebaut, gearbeitet haben, die hier aufgetreten sind oder sonst was veranstaltet haben. Darüber hinaus wird eine Gruppe Architekturstudenten das „Dorf im Dorf“ professionell sezieren und in Symposium und Workshops wird das Prinzip Wacker durchleuchtet. Klingt spannend, oder?
Alle Kunden sind gute Kunden, per se – Manche Kunden will ich aber so richtig! Ich will, mag und manchmal liebe ich sogar unsere Kunden… Ja, ich habe schon am Wochenende Schnittchen besorgt und nach zehn Uhr samstags noch anständige Blumen für den Hochzeitstag. Kein Problem! Wir sind „Rund-um-sorglos-Dienstleister“! Kunden sind eh immer gut. Auch weil sie uns Arbeit geben, die unser aller Kühlschränke füllt. Und wenn böse Zungen behaupten:
Poetry Slam, zum erstenmal gehört vor acht oder zehn Jahren, klang für mich immer irgendwie wie „Hatt-Schieeee!“ – also erstmal „Gesundheit“ gewünscht! Aber an die Veranstaltung, bei der ich davon zum ersten Mal gehört habe, kann ich mich noch sehr gut erinnern:
Wir kennen das ja: Werbeverbot auf dem Friedhof! „Bei uns ist Werbung auf dem Friedhof verboten!“ Und wir wissen auch, wohin das geführt hat: Logos auf Hemd- und Blusenkrägen, gerne auch mal ein spendiertes Kondolenzpult (mit Logo des spendenden Bestattungsinstitut), peinlich – fast aufdringlich – platzierte Bestattungsfahrzeuge vor dem Friedhof,
„Wer den Hafen nicht kennt, in den er segeln will, für den ist kein Wind der richtige.“ Diese Zitat wird dem römischen Philosoph Lucius Annaeus Seneca zugeschrieben. Bei der Findung einer zukünftigen Unternehmensstrategie ist es ein wunderbares Bild für eine Vielzahl offener Fragen, wie zum Beispiel:
Warum sehen Urnenwände aus, als gäbe es Grabräuber auf dem Friedhof in Darmstadt? Leere Nischen, dunkle Höhlen direkt neben letzten Ruhestätten machen mehr als einen ganz schlechten Eindruck. Also wenn ich dafür bezahlt hätte, möchte ich nicht solche Nachbarn haben.
Ich gehe ja bekanntermaßen gern und oft auf Friedhöfe: Die Natur und die Ruhe inmitten hektischem Stadtlebens lassen mich ein paar Momente abschalten. Bei diesen Gelegenheiten habe ich meist meinen Fotoapparat dabei und verbinde das Angenehme