Alter Hase - neue Tricks
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Warum Geschichten?

zwei Bücher: „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ und „Die Netzwerkbibel“

Warum Geschichten erzählen? Es war einmal… — Kennt jeder: Kindheitserinnerungen!

Wenn von „Geschichten“ die Rede ist, denken wir unwillkürlich sofort an früher: Kindheit, Geborgenheit… Da wird uns gleich warm ums Herz.
Ob die Oma, die Mutter, selten der Vater – Vorlesen ist Kinderluxus pur: Nichts tun, nur zuhören. Göttlich…

Heute – Jahre später – kommt noch bisschen rosarote Brille dazu, und wir glauben uns erinnern zu können, wir sehen es förmlich vor dem geistigen Auge: den großen Ohrensessel, die nicht ganz so helle Stehlampe, die frühe Dunkelheit im Winter und den bitteren Wind draussen vor der Tür. Ja, fast glaubt man, die Schneeflocken zu sehen…

Geschichten im Profis–Sprech: „Storytelling“

Das Erzählen von Geschichten ist wieder schwer im Trend! Spätestens seit Werbung ja so was von uncool ist, besannen sich professionelle Kommunikatoren vielleicht auf ihre eigenen Kindheitserinnerungen, versuchten neue Formate zu erfinden und stellten fest: Wow, da geht was!

Die Geschichte von Geschichten ist noch viel älter

Es geht gar nicht mehr nur um unsere Kindheitserinnerungen. Die Geschichte von Geschichten ist viel älter. Vergesst Eure Kindheit. Denkt an den Sapiens vielleicht vor so zehn oder 15 tausend Jahren. Ohne in Klischees abzudriften hatten schon damals unser Vorfahren Tag ein Tag aus viel um die Ohren. Aber:

Am Abend gesellten sich die meisten um das Feuer, an dem die besten Geschichten erzählt wurden

Und das ist heute nicht anders! Wirklich neu ist das ich im Marketing nicht. Das Erzählen von Geschichten ist nicht Selbstzweck, sondern eher eine Kulturtechnik: Wer gut erzählt, behält die Zuhörer! Das nutzen Markenartikel seit Erfindung des Marketings.

Gute Geschichten sind einfach

Ob Märchen oder Geschichten – die „Moral von der Geschichte“ haben wir parat; wie aus der Pistole geschossen. Eher Rückenmark als Hirnwindungen.

Taxameter, © fotolia, B. Wylezich

© fotolia, B. Wylezich

Und auch wenn uns heute auf unzähligen Kanälen unzählige Informationen ins Bewusstsein schleichen oder reinhauen wollen — wir verweigern uns! Oder versuchen es zumindest. Di Flut von Informationen treibt uns schier in den „Communication-Owerflow“, kurz: Wahnsinn!

Wir freuen uns dann aber doch, wenn wir gute Geschichten erinnern. Schoten vom Opa, Erlebnisse aus der Jugend, Geschichten von dem über den…

Allen gemein ist: Wir erinnern uns, weil sie einfach sind. Und meist: gut. Fertig.

Menschen lieben Geschichten

Auch wenn ich persönlich nicht dabei war, ich hätte mich als Neandertaler oder Homo Sapiens auch an das Feuer mit dem besten Erzähler gesetzt. Der Tag war ja lang genug. Ihr wisst schon: Bisons jagen, nicht vom Säbelzahntiger gefressen werden, den Müll raustragen etc.

Wissenschaft bestätigt

Fragen wir Kognitionsforscher, werfen sie ins Rennen, dass der Mensch ein „informationsverarbeitendes System ist“: Du , ich alle.

Und auch wenn dieses System verschiedene Fähigkeiten der Wahrnehmung und Verarbeitung hat, was bleibt ist das „Unbewusste“. Hier steig‘ ich jetzt aus, weil das ist ja mal so gar nicht meine Welt…

Du kennst auch so eine Geschichte

Was bleibt kennt jede aus eigener Erfahrung: selbst trockenste Informationen lassen sich mit Geschichten leicht erklären. Und im Hirn verankern!

Während ich das hier schreibe, mauert sich mein Physik-Lehrer aus der gefühlt neunten Klasse in mein Hirn: konvex/konkav.
Ja Leute, wer will den Unterschied denn wissen? Egal, aber…
Den Unterschied kenn‘ ich heute noch dank seiner Geschichte. In etwa:

Nimm eine Kaffeetasse:

  • konvex – weg, nach aussen gewölbt – und der Kaffee ist weg,
  • konkav – nicht weg, nach innen gewölbt – er bleibt wir in der Karaffe drin.

Und die Moral von der Geschichte?

Noch vor 30 Jahren war ich stolz wie Schnitzel, eine Werbeagentur zu haben. Seit dem habe ich mich — ja, hier kommt der Esel zuerst — mit meiner Firma aber via Marketing zur Kommunikation entwickelt.

Wir sind nach wie vor unterwegs, unseren Kunden bei einer adäquate Aussendarstellung unter die Arme zu greifen und darüber hinaus sogar von Grund auf Marketing erlebbar zu machen. Ohne schnöde Werbung, ohne bräsige Verkaufe.

Und Geschichten, die wir für unsere Kunden erzählen sind erfolgreich! Das lässt sich auch ohne Lagerfeuer sogar messen. Digitalisierung, und so…

Und das ist gut so!

Guuuud’s Nächtle.

 

Kategorie: Alter Hase - neue Tricks

von

Jürgen Wolf

Mein Blog trägt nicht ohne Grund den Zusatz: aus-dem-Leben-eines-fast-ALLES-ein-bisschen-KÖNNERS. Ich gehöre zu den Autodidakten, die alles erst einmal selber machen müssen, um zu verstehen, was wie geht, wer was u. U. besser kann und resultierend was wie lange dauert und kostet. Klingt anstrengend – ist es auch. Aber macht enorm fit und verbindlich. Ich weiß, wovon ich rede. Und das mögen Kunden, wenn sie mich was fragen und schnell eine anständige Antwort kriegen ;-)

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