's is feierobend, Große Stunden, von wegen Privat ;-)
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Haushaltsauflösung

Heute ging ich also – gemeinsam mit meiner Familie – meiner gesetzlichen Pflicht nach, den Haushalt meiner verstorbenen Mutter aufzulösen: Haushaltsauflösung.

Gestorben ist meine Mutter am 7. Januar. Die Zeit bis zu ihrer Trauerfeier am 19. Januar haben wir ganz bewusst für uns, unsere Trauer und das Gedenken an meine Mutter einschließlich Planung und Organisation ihrer Trauerfeier genutzt.

Sonderkündigungsrecht einer Wohnung im Todesfall

Das hat die Gesetzgebung schon schlau geregelt. Im Todesfall haben Erben ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht einer Mietwohnung: Binnen vier Wochen ist das Mietverhältnis mit einer drei monatigen Frist beendbar.

So konnte sich die Familie nicht nur in der Phase nach Christls Tod noch in ihrer Wohnung treffen. Nein, wir hatten auch im Anschluss jede Menge Zeit zu überlegen, was denn alles zu erledigen ist. Und wer was macht, was braucht, was will…

Deshalb war der heutige Termin auch eher eine Formalie vor der Übergabe.

Die Sache mit dem Schlüssel

Nennt mich „Weichei“ – aber vor einer Sache ist mir seit Tagen mulmig. Ich gebe heute meinen Schlüssel zu ihrer Wohnung zurück. Also nicht richtig zurück, aber ich gebe ihn ab.

In meiner Kindheit gab es die sogenannten „Schlüsselkinder“. Das waren die, die ihren Wohnungsschlüssel an einem Band um den Hals trugen, weil bei denen niemand zu Hause war. Ich brauchte sowas nicht. „Ich bin ja immer für dich da“, sagte meine Mutter.

Als ich dann größer wurde bekam ich irgendwann einen eigenen Schlüssel zur elterlichen Wohnung. Den habe ich auch behalten, als ich ausgezogen bin. Und auch von der Wohnung, in der Christl bis zuletzt lebte, hatte ich einen Schlüssel. Benutzt habe ich ihn fast nie. Mein Signal blieb über Jahrzehnte – zwei mal kurz klingeln.

Jetzt habe ich den Schlüssel von meinem Bund genommen. Der fühlt sich jetzt ungewohnt dünn an. Da fehlt was.

Die Jacke

Und noch eins ist bemerkenswert. Obwohl meine Mutter nun seit über einem Vierteljahr nicht mehr bei uns ist, hängt ihre Strickjacke noch immer über ihrem Stuhl am Esstisch. Als könne meine Mutter jederzeit um die Ecke kommen und die Strickjacke mal eben überziehen, wenn Ihr kühl wird. Diese Strickjacke hing gefühlt immer da. So auch heute. Keine Ahnung, wer sie wann wegnimmt und was dann mit ihr passiert.

Aber das wird das letzte Bild sein, an das ich mich von ihrer Wohnung erinnere…

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