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Morgens um sieben…

Zuletzt aktualisiert am 11. April 2019 um 15:57

JWK0112

Klicken – und zwei Sekunden warten 😉

… sieht Jürgen Wolf auch nicht aus wie Jürgen Wolf.

So, oder zumindest so ähnlich, hat es Frau Crawford über sich selbst gesagt.
Für alle, denen der Name nichts sagt: Cindy Crawford war in den späten 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts eines der Supermodels, die die Modewelt revolutionierten. Aktuell machen die „Crawford Leaks“ große Wellen – die Medien sind voll davon. Hat doch die britische Journalisten Charlene White auf Twitter ein vermeintlich umretuschiertes Foto (vom Ehemann gemacht?)  in Umlauf gebracht und mal wieder eine dicke Schönheitsdebatte entfacht.

Retusche:  ja – nein – bisschen…
Passend zum 25 Geburtstag von Photoshop (alte Hasen erinnern sich an 1990, als Photoshop S1.0 von Adobe exklusiv für den Apple Macintosh veröffentlicht wurde).

Ich für meinen Teil mag die totretuschierten Fotos – gern auf Titelseiten von TV-Programmen verwendet – nicht.

Aber wer glaubt noch, dass ein Foto „originalgetreu dokumentiert“? Tatsächlich hat Photoshop – im Jahr 2007 die vierthäufigste schwarzkopierte Software – dazu beigetragen, dass der Dokumentationswert von Fotos – besser: Bilddateien –  gen null tangiert.
War es doch vorher den Handwerkern, was sag‘ ich, den Künstlern, der „Elektronischen Bildbearbeitung“ (EBV) vorenthalten, Bilder so bearbeiten zu können oder Freisteller hinzukriegen, die nicht mit dem bloßen Auge erkennbar oder mit der Nagelschere ausgeschnitten aussahen. Eine damals eigenständige, hoch professionelle Branche zu enorm anständigen Preisen. Aber mit den meist raubkopierten Photoshopversionen, die es dann sogar für Windows gab, war das Grab der EBV schnell gegraben, in das eine ganze Branche (fast) versinken sollte ;-(

Und auch nicht erst seit „Herr der Ringe“ glauben wir nicht mehr an die naturgetreue Abbildung von Realität im Film, oder?

Auf dem Schönheitswahn – sowie dessen Sinn und Unsinn – basierte schon 2006 die Dove-Kampagne Evolution. Sensationeller Film mit bisher rund 18 Millionen Aufrufen auf Youtube.  Nicht weniger sehenswert, wenn auch nur mit knapp vier Millionen Aufrufen, eine (von vielen) Parodie.

Um noch mal auf die Retusche an sich zu kommen: Für mich gilt auch hier „weniger ist mehr“. Aber wer schwimmt schon gern gegen den Strom…
Also wird es weiterhin eigen- bis abartige Schönheitsideale und totretuschierte Bilder geben, weil es „der Markt verlangt“.

Ich finde es immer wieder großartig, wenn meine bessere Hälfte kurz bevor wir das Haus verlassen, „noch mal kurz in die Retusche geht“. Das dauert keine fünf Minuten und hat definitiv nix mit Photoshop zu tun 😉

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