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7 goldene Regeln, Deine Veranstaltung garantiert in die Tonne zu kloppen

Zuletzt aktualisiert am 18. September 2024 um 11:21

7 goldene Regeln, Deine Veranstaltung garantiert in die Tonne zu kloppen
Vorgestern um 15:03 Uhr erhielt ich eine E-Mail, die mich zu folgendem Beitrag inspiriert hat:

1. Kanal
Wähle wenige, möglichst unpersönliche Kommunikationskanäle.
Bei mehr als 4.000 Empfängern empfiehlt sich die portooptimierte Info-Post. Da sieht jeder gleich: Massenware.
Ein E-Mail-Newsletter ist auch nicht schlecht. Noch billiger, noch massenwariger. Aber…

Noch besser ist eine normale E-Mail, bei der Du quasi alle in Kopie setzt, damit der Empfänger auch gleich weiß, wem Du die Mail in einem Aufwasch noch alles geschickt hast.

 

2. Grund der Veranstaltung – Agenda
Vermeide jegliche Information, um was es bei der Veranstaltung gehen könnte. Jede Information könnte am Ende jemanden interessieren. Oder gar als Begründung herhalten, weshalb sogar jemand kommen will.
Lass Dich auf keinen Fall verleiten, die Betreffzeile Deiner E-Mail informativ oder gar interessant zu halten!
Das könnte jemanden verleiten, Deine E-Mail am Ende noch zu lesen.

 

3. Einladungsdauer
Also die Zeit zwischen Einladung und Veranstaltung: Wähle entweder irrsinnig lange oder unverschämt kurze Zeiträume zwischen Deiner Einladung und der Veranstaltung.
Nimmst Du beispielsweise ein halbes Jahr, haben die Eingeladenen ausreichend Zeit, an wichtigen Gründen zu feilen, warum sie leider ausgerechnet an diesem Termin nicht kommen können oder vergessen es dann wahrscheinlich einfach. Oder extrem kurz, sagen wir mal – zwei Tage. Auch dann kannst Du getrost davon ausgehen, dass so kurzfristig niemand Zeit hat, Deine Veranstaltung zu besuchen.

 

4. Veranstaltungsbeginn
In meiner Kindheit gab es Geburtstagskaffee immer wieder um vier Uhr – egal ob Wochenende oder an einem Werktag. Die Väter kamen aus den Büros, die Muttis waren eh zu Hause. Wir Kinder haben draussen gespielt, kamen zum Duchessen nach Hause.
Heute geht das natürlich so nicht mehr. Anständige Menschen arbeiten da noch!
Lasse also Deine Veranstaltung unbedingt werktags um vier, spätestens um fünf Uhr beginnen.
Wer nimmt schon einen halben Tag Urlaub  oder diskutiert mit Chefs und Kollegen, ob das frühzeitige Entfernen vom Arbeitsplatz für ein Spazierfahrt ins Grüne wirklich als Arbeitszeit gilt.

 

5. Veranstaltungsort
Hast Du Angst – Dein Veranstaltungsbeginn könnte nicht sicherstellen, dass niemand kommt – nutze geschickt die Wahl des Veranstaltungsorts.
Suche Dir einen möglichst unattraktiven und schlecht zu erreichenden Ort aus.
Da musst Du vielleicht ein bisschen suchen, aber Du findest ihn.
Denn bei ein, zwei Stunden Anfahrtszeit mit dem Auto (über den ÖPNV reden wir natürlich nicht!) bist Du gepaart mit niedriger Attraktivität des Ortes schon fast auf der sicheren Seite, dass niemand kommt.

 

6. Antwort
Vermeide strikt jegliche Form der Interaktion. Jeder Anreiz zu einer Antwort ist absolut tödlich!
Denn sollte tatsächlich jemand Deine E-Mail bis hierhin gelesen haben, fühlt er sich vielleicht motiviert zuzusagen. Und kommt dann auch noch – trotz der oben genannten Erschwernisse – weil, er hat ja zugesagt und ist ein höflicher Mensch.
Zugegeben, diese Art von Mensch trifft man heutzutage eher selten an, aber wir wollen ja kein Risiko eingehen, oder?

 

7. Erinnerung ohne Einladung
Formuliere Deinem Text stets so, dass er wie eine Erinnerung daher kommt, obwohl Du vorher ja gar keine Einladung verschickt hast.
Da schlägst Du formidabel zwei Fliegen mit einer Klappe!
Die einen suchen krampfhaft nach der Einladung, finden natürlich keine (hihi) und ärgern sich anschließend über die verschenkte Zeit der erfolglosen Suche.
Die anderen wissen definitiv, keine Einladung von Dir bekommen zu haben. Sie sind  rechtschaffend angepisst weil sie wissen, Du hast sie bei der (wie auch immer gearteten, „richtigen“) Einladung absichtlich übergangen. Willst jetzt aber Deine Hände in Unschuld waschen – natürlich hättest Du ja auch kommen können. Informiert wurdest Du ja.

 

Wenn Du diese 7 Regeln befolgst, kannst Du getrost früh Feierabend machen.
Es kommt eh keiner.
Und wenn sich doch jemand so gar nicht hat abwimmeln lassen,  alleine da steht und Dir dann sogar noch später einen Vorwurf macht?
Dann kannst Du getrost sagen: Es wurde abgesagt weil sich niemand angemeldet hat.

 

So einfach ist das.
Geile Scheisse, oder?

 

PS
Wer noch weitere Ideen hat, darf sie gern hier kommentieren.
Die Crowd lebt und: sicher ist sicher ?
Kategorie: Veranstaltungen

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Mein Blog trägt nicht ohne Grund den Zusatz: aus-dem-Leben-eines-fast-ALLES-ein-bisschen-KÖNNERS. Ich gehöre zu den Autodidakten, die alles erst einmal selber machen müssen, um zu verstehen, was wie geht, wer was u. U. besser kann und resultierend was wie lange dauert und kostet. Klingt anstrengend – ist es auch. Aber macht enorm fit und verbindlich. Ich weiß, wovon ich rede. Und das mögen Kunden, wenn sie mich was fragen und schnell eine anständige Antwort kriegen ;-)

1 Kommentare

  1. Jürgen Wolf sagt

    Aktualisierung 10.2.2018:
    Erspare Dir die mühsame E-Mailerei – veröffentliche Deine Veranstaltung auf Deiner leidlich unbekannten Facebook-Seite, hau‘ paar Euros für Werbung raus…
    Und sag‘ sie dann mangels Anmeldungen ab?

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