Früher habe ich hier Bücher zusammengefasst. Heute beginne ich eine Serie, in der ich Interviews und Podcasts zusammenfasse. Weil sie mich bereichern, weil ich darüber nachdenke – und weil ich meine Werte daran spiegeln will.
Ich fang mal vorne an.
Früher habe ich hier in der Worschtsupp auch Bücher zusammengefasst. Warum? Zum einen, weil ich durchs Schreiben besser lerne. Zum anderen, weil ich anderen die Arbeit sparen wollte: Wenn schon jemand meinem Artikel hier liest, kann sie oder er ja auch gleich die wichtigsten Gedanken destillieren.
Das hat irgendwann aufgehört. Aber jetzt starte ich neu – diesmal mit Interviews und Podcasts.
Warum?
Weil sie für mich eine Bereicherung sind. Viele Gespräch – ob mit Politiker:innen, Forscher:innen oder Menschen, die ich vorher gar nicht kannte – geben mir Impulse. Und weil ich über das Zusammenfassen gezwungen bin, genauer hinzuschauen: Was steckt drin? Wo stimme ich zu? Wo nicht? Was bedeutet das für meine eigenen Werte?
Meine Werte?
Ich bin konservativ, ja. Weil ich Werte schätze, Routinen verstehe und Rituale mag. Aber es wird kompliziert:
- Zu meinen wichtigsten Werten gehören Beziehungen, Entwicklung und Vertrauen.
- Vertrauen habe ich aber nur zu Menschen, deren Worte und Taten zusammenpassen. Und deren Haltung meinen Werten nicht widerspricht.
Das macht’s schwierig.
- Die SPD finde ich historisch großartig – aber schon lange nicht mehr sozial genug.
- Die Grünen waren mal die progressive Natur- und Umweltpartei – heute sehe ich mehr Kompromisse als Haltung.
- Öffentlich-rechtliche Medien? Schaue ich seit Jahren nicht mehr. Die Privaten schon noch länger nicht.
Und trotzdem: Ich konsumiere Medien. Nur eben anders. Podcasts, YouTube, Gespräche. Da finde ich mehr Ehrlichkeit, mehr Haltung, mehr Themen, die mich interessieren – technisch, gesellschaftlich, politisch.
Warum jung & naiv?
Irgendwann bin ich dort gelandet – vielleicht vor sechs, acht, gefühlten zehn Jahren. Beeindruckt hat mich ein hartnäckiger „Nachwuchsjournalist“, der kluge Leute interviewt, die sonst nirgendwo vorkommen. Damals noch kurz, heute gern mal drei, dreieinhalb Stunden. Und fast jedes Mal nehme ich was mit.
Und jetzt?
Jetzt mache ich das hier: Ich fasse die Interviews zusammen.
Aber nicht trocken und neutral. Sondern mit meiner Haltung, meinen Gedanken, meinen Fragen.
So wie früher mit den Büchern – nur eben aktueller, lebendiger, politischer.
Seht selbst.
