Wolf 21 im Yellowstone – Ein Alpha andersartig führen
Vorhang auf: ein Nationalpark, ein wildes Ökosystem – und ein einzelner Wolf, der unerwartet zum Symbol für ein anderes Führungsmodell wird.
Vorhang auf: ein Nationalpark, ein wildes Ökosystem – und ein einzelner Wolf, der unerwartet zum Symbol für ein anderes Führungsmodell wird.
Oder: Warum „Lebenszeit gegen Geld“ mehr ist als nur ein Spruch Kennst du das? Ein Projekt läuft. Ein gutes Projekt. Mit einem Kunden, den du magst. Mit einer Aufgabe, die Spaß macht. Und trotzdem merkst du irgendwann: Hier stimmt was nicht.
Was Content Marketing wirklich ist — und warum man das am besten neben einem Sarg versteht In den Neunzigern sagten viele in meiner Bubble stolz: „Ich mach‘ was mit Werbung.“ Das klang nach Zukunft. Nach Kreativität. Pferdeschwanz und Cabrio. Nach dem großen Spiel. Ich hab das nie so recht geglaubt, nie gesagt und eher kritisch betrachtet. Nicht weil ich Werbung nicht verstanden hätte — sondern weil ich von Anfang an das Gefühl nicht loswurde, dass da irgendjemand versucht, mir etwas unterzujubeln, was ich nicht wirklich brauche, in einer Sprache, die ich so nicht gesprochen habe. Also haben ich den Kurs ich Richtung Marketing korrigiert. Zum echten Marketing. Für kleine Unternehmen, deren Wohl und Fortbestand mir tatsächlich am Herzen lagen. Mittelständische Betriebe, die ich ein bisschen teilhaben lassen wollte an dem, was sonst nur in den Hochglanz-Strategiepapieren der großen Agenturen stand. Irgendwann war mir aber auch das zu viel. Für mein Verständnis zu viel Möchtegern-Wissenschaft. Zu viele Frameworks, die sich selbst feierten. Also habe ich den Schwerpunkt noch mal verschoben — in Richtung Kommunikation. Weil Kommunikation …
Der Satz fällt heute Mittag. Wir stehen vorm Spiel am Bölle, also im Böllenfalltor-Stadion, und der Typ neben mir guckt mich an, als hätte er gerade etwas entdeckt, das er nicht ganz einordnen kann. Ich kenn‘ ihn auch. Zum Glück. Und sogar sehr gut. Dabei bin ich hier unter fast 18.780 Menschen. Und natürlich kenne ich nicht 18.779 Menschen. Aber es stimmt auch nicht, dass ich niemanden kenne. Ein paar Leute schon. Und während ich so da rumstehe und mich frage, warum das eigentlich so ist, fange ich an nachzurechnen. Es liegt wahrscheinlich zuerst daran, dass ich – mit paar Jahren fliegender Wechsel Darmstadt – Frankfurt – heute noch in der Stadt wohne, in der ich geboren wurde. Das klingt nach nichts Besonderem — ist es aber, wenn man mal schaut, wie wenige das noch machen. Ich war vielleicht zwei Tage im Kindergarten, das ist alles etwas verschwommen. Aber die Grundschule, die Kirche, die frühen Jahre in irgendeiner Form von organisierter Freizeit — die haben Spuren hinterlassen, auch wenn ich mich an die meisten Menschen …
Es gibt Sätze, die ich nicht mehr hören kann. Nicht weil sie falsch wären. Nicht weil ich sie nicht verstehe. Sondern weil sie so oft als Deckel benutzt werden, um Töpfe zuzuhalten, unter denen gar nichts kocht. „Wir müssen die Leute dort abholen, wo sie sind.“ „Wir dürfen niemanden verlieren.“ Ich kenne diese Sätze. Ich habe diese Sätze selbst gesagt. Und irgendwann habe ich aufgehört, sie zu sagen – weil mir aufgefallen ist, dass sie in erschreckend vielen Gesprächen nicht als Einladung zur Empathie gemeint waren, sondern als Einladung zum Stillstand. Als elegante Begründung dafür, dass man eben nichts tun muss. Nichts verändern. Nichts wagen. Weil: die anderen kommen ja noch nicht mal mit. Dabei ist die Frage, die dahintersteckt, eigentlich eine der interessantesten überhaupt: Welche Geschwindigkeit ist die richtige? Ich spreche schnell. Das ist bekannt. Ich denke beim Sprechen. Oder: Ich spreche, während ich denke. Das ist nicht dasselbe, klingt aber oft so. Wer mir beim Reden zuschaut, sieht manchmal einen Menschen, der seinen eigenen Gedanken um eine halbe Sekunde hinterherläuft – und trotzdem, …
Ei guude wie, ihr liebe Leit, Jetzt steh ich hier – un bin bereit! Jahrgang 63 un bald dreiunsechzisch Joahr – jetzt lacht net laut, des is wie doppelt gemoppelt – awwer so war’s halt gebaut! Sechzisch-drei geboren, dreiunsechzisch alt – des is korrekt, der liebe Gott hot Humor – des hat der net versteckt! Un trotzdem fühl ich mich wie zwölf, wenn’s um de Orplid klimmt – des Herz wird jung, wenn’s um die Jugendhütt‘ bestimmt! Na, ich verzähl eich, wie’s dazu komme is – passt gut uff: Letschte Dienstag, Vorstandssitzung – ich als Öffi-Mann genuff! Des Thema war die Jugendhütt – wie’s drum bestellt, un was wer macht – des war wie aus ner annern Welt! Keener wusst genau Bescheid, keener war zuständisch recht, awwer GEREDET hawwe alle – des lief net schlecht! „Die Jugend macht des!“ – „Nee, de Bauausschuss!“ – hin un her, wie Ping-Pong ohne Ball – ihr wisst schon, was ich mein, oder? Un ich sitz do un denk: „Mensch, DES kenn ich doch gut! Des is wie früher!“ …
Heute Morgen stand ich auf meinem Balkon. Die Sonne kam gerade über den Horizont gekrochen, noch ein bisschen verschlafen, wie ich selbst. Und dann kam er wieder, dieser Gedanke, der mich immer wieder überfällt wie ein ungebetener, aber hartnäckiger Gast: Nie zuvor in der Menschheitsgeschichte hatten so viele Menschen Zugang zu so viel Wissen. Und trotzdem – oder gerade deswegen? – klafft eine riesige Lücke zwischen unseren Werten und unserem Handeln.
150 Quadratmeter. Dann 120. Jetzt 46. Das ist nicht die Entwicklung meiner Schuhgröße, sondern meine persönliche Wohnfläche pro Person der letzten Jahre. Einmal mit Kind, dann zu zweit, heute allein. Und während die durchschnittliche Wohnfläche für Singles in Deutschland bei 73,3 Quadratmetern liegt, lebe ich auf 46…
Über Schokolade, Scheidungen und die Frage, was ein gelungenes Leben ausmacht Kurz vor Weihnachten bekam ich ein Buch geschenkt. Der Titel: „Wozu wir da sind“, im Untertitel „Walter Wemuts Handreichungen für ein gelungenes Leben“. Der Autor ist Axel Hacke, der in der Süddeutschen eine feste Kolumne hat: „Die Toten der Woche“. Dort veröffentlicht er sehr individuelle Nachrufe. In Summe geht er der Frage nach, was ein gelungenes Leben ausmacht. Bei der Lektüre dieses Buches fiel mir ein anderes Buch ein, das ich schon vor Jahren las. Ich kaufte es mir als Hörbuch und merkte ungefähr beim vierten Kapitel: Das kenne ich doch. Steht in meinem Schrank. Tatsächlich – da steht es. Ich nehme es raus, und ein Lesezeichen platzt mir entgegen. Jetzt schließt sich der Kreis zu einem Satz, der mir seit Tagen durch den Kopf geht: Ich bin glücklich mit meinem Leben.